KIEFERGELENKE   - KIEFERGELENKBESCHWERDEN

Eine Störung oder Fehlbelastung im Kausystem  (Kiefergelenk, Muskulatur) wird als Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) oder auch als Temporomandibular Disorders (TMD) bezeichnet.
Das Kiefergelenk ist eines von ca. 100 Gelenken des menschlichen Körpers und ist aufgebaut wie eine Walze. Zwischen Gelenkkopf und Pfanne liegt eine Knorpelscheibe, der Diskus.
Dieses zentrale Gelenk ist zuständig für die Mundöffnung und den Mundschluss- wie auch für diverse andere Bewegungen (seitliche Bewegungen des Unterkiefers) mit und ohne Kraft (kauen, mahlen). Das Kiefergelenk gehört zu einem komplexen System und Zusammenspiel von Zähnen, Bändern, Muskeln, Knorpel, zu dem auch die Halswirbelsäule und der Schulter-, und Nackenbereich gehören.  Die "Haltung" , aber auch die Situation der Zähne sind wichtige Faktoren, die die Gesundheit des Kiefergelenks mit beeinflussen.
 

SYMPTOME VON KIEFERGELENKERKRANKUNGEN

Kiefergelenkprobleme können verschiedene Ursachen haben und sich ganz unterschiedlich äussern:

  • Schmerzen vor dem Ohr bei Mundöffnung und beim Kauen
  • Knacken oder Reibegeräusche beim Essen
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen)
  • Veränderung des Bisses = Zusammenpassen von oberen und unteren Zähnen
  • Verspannungen der Kaumuskulatur = Schmerzen beim Öffnen und Kauen - vor allem am Morgen
  • Tinnitus kann ein Zeichen einer Kiefergelenkproblematik sein
  • Schmerzen der Zähne durch Überlastung
  • Schulter- und Nackenschmerzen

 

WELCHE URSACHEN GIBT ES FÜR PROBLEME DES KIEFERGELENKS ?

  • Überlastung durch Knirschen (Bruxismus)  und-, oder Pressen der Zähne (häufig in der Nacht)
  • psychische Belastung /Stress, der sich im Symptom des Knirschens und Pressens äussert
  • Trauma (Unfall) 
  • eine Fehlbildung oder auch eine starke Asymmetrie des Kiefers kann zur Überlastung führen.
  • eine Zwangsposition der Kiefer, d.h. meist der Unterkiefer wird in eine Position gedrängt, die nicht mit der Position der entspannten Muskeln übereinstimmt
  • Fehlhaltung und dadurch Fehlbelastung
  • Veränderungen der Zähne (z.B. Zahnlücken, zu hohe Füllungen…)
  • Ursache andernorts am Bewegungsapparat z.B. unterschiedliche Beinlänge kann sich am Kiefergelenk äussern.
  • Direkte Erkrankung des Gelenks (Chondromatose, Tumor…)
  • Systemische Erkrankung der Gelenke, z.B. rheumatoide Arthritis…
 

WIE LÄUFT DIE DIAGNOSTIK AB ?

Wichtig in einem ersten Schritt ist ein ausführliches Gespräch und eine sorgfältige Untersuchung: 

  1. Ausführlichen Anamnese = der Analyse der medizinischen Vorgeschichte
  2. klinischen Untersuchung und der notwendigen 
  3. Bildgebung (dreidimensionale Aufnahme des Knochens, Kernspintomographie), bzw. auch aus
  4. einer ausführlichen klinischen Haltungsanalyse zusammen.
  5. In manchen Fällen macht es auch Sinn direkt in das Gelenk zu schauen und ggf. kleine Proben zu nehmen, oder gleichzeitig therapeutisch tätig zu werden.
MRI eines Kiefergelenks bei Mundöffnung. Es besteht eine Verlagerung des Diskus und eine Arthrose
 

WIE LÄUFT DIE THERAPIE AB - WAS SIND DIE MÖGLICHKEITEN

Auch hier gilt: jede Situation muss detailliert untersucht und in der Gesamtheit angesehen werden. Eventuell ist eine "Stufentherapie" notwendig

konservative Massnahmen:
Die konservative Therapie ist die Grundlage der Therapie von Kiefergelenkerkrankungen. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten, u.a. Biofeedback, Physiotherapie, Haltungskorrektur, Taping, Schienen, Medikamentöse Therapie.

Minimalinvasive Massnahmen:
Die Injektion von Hyaluronsäure, Gelenkspülungen und auch die Stammzelltherapie zur Regeneration der Gelenkstrukturen spielt eine zunehmende Rolle.

Arthroskopische Therapie:
heute kann das Gelenk arthroskopisch sehr gut untersucht und zum Teil auch therapiert werden. Mit neuen modernen Arthroskopen und feinen Instrumenten kann man vorsichtig und schonend im Gelenk operieren. Dies findet in der Regel ambulant in Kurznarkose statt.

Die Chirurgische Therapie des Kiefergelenks ist dann sinnvoll, wenn alle "nicht-chirurgischen" Massnahmen ausgeschöpft sind und dennoch starke Beschwerden bestehen oder auch wenn es Sinn macht die Anatomie des Gelenks wiederherzustellen, um weitere Schäden der Strukturen zu verhindern.

Wichtig ist je nach Situation eine Behandlung im Team, d.h. Zusammenarbeit mit Sportmedizinern, Orthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen- oder anderen Spezialisten des Bewegungsapperates.

 

Wird die Behandlung von der Krankenkasse übernommen?

Das Kiefergelenk gehört zum Bewegungsapparat und ist daher keine "Zahnmedizinische" Behandlung. Die Krankenkasse übernimmt daher die Behandlung, wenn eine Erkrankung oder fassbare Problematik vorliegt.


 

Wir freuen uns Sie kennenzulernen

Gerne beraten wir Sie und führen eine sorgfältige Untersuchung der Gelenke zusammen. Wir zeigen Ihnen genau was im Gelenk das Problem ist und werden die schonendste, aber effektive Therapie finden.
Bei Bedarf stellen wir gerne gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Hausarzt ein Team aus entsprechenden hochqualifizierten Behandlern zusammen.


KONTAKTFORMULAR
KONTAKT
FÜR ZUWEISER